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Zitat

"Wir müssen unsere Kader mehr fordern. Viele Unternehmen haben an der Spitze Zirkuspferde. Der Ackergaul aber zieht die Furchen, in die man säen kann."
Rheintalische Volkszeitung, 24. November 2007

Kontakt

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Amriswilerstrasse 50
CH-9320 Arbon
T +41 71 447 41 41
F +41 71 447 45 89
presse@afg.ch

Totgesagte leben länger...

[St. Galler Nachrichten | 07. Mai 2009 | Interview]

Die „Sonntagszeitung“ titelte “Ein Königreich aus Chromstahl, Kühlschränken und vielen Küchen ging dahin“. Heisst das, es ist damit zu rechnen, dass die AFG-Holding auseinander  bricht?
Es war und ist meine Absicht, in der Ostschweiz eine starke und zukunftsorientierte Unternehmung aufzubauen. Ohne diesen Aufbau in den letzten fünf Jahren würde die AFG heute vermutlich nicht mehr bestehen, Aus den damaligen AFG mit rund CHF 680 Mio. ist heute ein Konzern entstanden, der im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von fast CHF 1.6 Mia. erwirtschaftet hat. Es war nie mein Ziel, einen Konzern aufzubauen, der nachher wieder auseinander gebrochen, aufgeteilt und dann in Einzelstücken verscherbelt wird.

Es wird in der „Sonntagszeitung“ behauptet, ranghohe Mitarbeiter Ihres Unternehmens würden in einem „Schreckensszenario“ den Abbau von tausend Stellen in Arbon und Umgebung als möglich erachten. Wie sieht die Situation aus Ihrer Sicht aus?
Wenn es solche ranghohe Mitarbeiter in unserem Unternehmen gäbe, müssten sie wegen Verbreitung geschäftsschädigender Mitteilungen fristlos entlassen werden! Ich glaube aber nicht, dass wir solche Maulwürfe in der AFG beschäftigen, die als ihr Ziel die Verbreitung solcher Unwahrheiten haben. Und dafür von der AFG monatlich noch bezahlt werden! Wir haben bereits im März und nochmals an der GV im April offen gelegt, dass die AFG wie weltweit die meisten Unternehmen die Folgen der, durch die Finanzwirtschaft verursachte, Wirtschaftskrise hart zu spüren bekommen. Müssten wir 1000 Mitarbeitende entlassen, müssten wir in Arbon alle Unternehmen schliessen! Die reisserische  Aussage in der besagten Zeitung ist Unsinn.

Fühlen Sie sich tatsächlich nicht mehr so sicher im Sattel, wie das einzelne Medien  zu wissen glauben?  Haben bei Ihnen nun – wie behauptet –  nur noch die Banken das Sagen?
In der AFG bestimmt alleinig der Verwaltungsrat, der im April von der Generalversammlung  mit sehr grosser Mehrheit für die nächsten drei Jahre wieder gewählt wurde. Kann wohl sein, dass in gewissen Banken gewisse Kreise mehr Einfluss auf die Wirtschaft erkämpfen möchten. Vorerst aber sollen diese Herren die Schutthaufen in den eigenen Unternehmen aufräumen, welche sie verursacht haben. Zum Glück gibt es aber in der Schweiz noch sehr viele verantwortungsbewusste Banker.

Es wird behauptet, Sie hätten die deutsche Miele für 20 Millionen ohne vorangegangene Buchprüfung gekauft, was ein Flop gewesen sei. Trifft dies zu?
Der Kauf der Miele Die Küche in Warendorf haben wir alle zusammen mit einer sehr grossen und weltweit tätigen Revisionsgesellschaft alle Bücher etc. geprüft und damit ein sehr ausführliches sogennantes Due Diligence gemacht. Persönlich habe ich in einem Interview den Fehler gemacht, dass ich festhielt, dass wir ja nur die Assets kauften  und  deshalb kein Due Diligence machten. Leider kenne ich nach vier Jahren nicht mehr alle Details, welche weltweit im Zusammenhang mit dem Kauf einer Unternehmung abgearbeitet wurden.

Ist „Ego Kiefer“ immer noch voll ausgelastet? In welchen Sparten Ihrer Betriebe wird Kurzarbeit geleistet?
EgoKiefer in Altstätten SG und Villeneuve VD wir auch die RWD Schlatter in Roggwil TG sind sehr gut ausgelastet. Derzeit machen wir Kurzarbeit in der Oberflächentechnologie, in der Division Stahltechnik sowie in einem BU Küchen.

Muss auf Grund der jetzigen  schwierigen Wirtschaftslage und der Intervention der Banken rückblickend gesagt werden, dass Sie zu forsch expandiert haben?
Wir sind vermutlich nicht die einzige Unternehmung, welche die Folgen der Misswirtschaft in der globalisierten Finanzwirtschaft nicht vorausgesehen hat. Indessen nehmen wir für uns von der AFG in Anspruch, bereits im Herbst 2007 Vorzeichen der sich anbahnenden Krise vermutet und nachher rechtzeitig anerkannt haben. Indessen ist es dann schier unmöglich, alle grossen Investitionen abzublocken: Investitionen ab CHF 15 Mio. erstrecken sich meistens über mehr als 3 Jahre.

Sie werden gerne als „Alleinherrscher“ dargestellt.   Schlagen Sie die Intentionen von Kaderleuten bei wichtigen Entscheiden effektiv stets in den Wind, wie suggeriert wird?
Ich bin weder Alleinherrscher noch Sklave. Die meisten Impulse und die grossen Investitionsvorschläge werden von den Geschäftleitungen der Divisionen und Business Units aufgrund einer Mittelfristplanung beantragt und dann vom Verwaltungsrat bewilligt. Indessen sporne ich die leitenden Mitarbeitenden immer an, etwas mehr zu tun und aktiv das Wachstum über mehr Aktivitäten, Innovationen etc. zu fördern.

Wie gestaltet sich Ihr zukünftiges finanzielles Engagement beim FC St.Gallen beziehungsweise bei der AFG Arena? Werden Sie auch hier trotz ausgewechselter Führung beim FC St.Gallen zurückbuchstabieren?
Wir haben mit dem FC St. Gallen bzw. der Betriebs AG einen Vertrag für das Naming Right bis 2018.  An der GV des FCSG habe ich zu meiner Freude feststellen können, dass endlich andere Kreise mitzumachen bereit sind.  Ich war ja in einigen Fällen der „Mann der letzten Stunde“, dass man den finanziellen Verpflichtungen nachkommen konnte. Die Spieler AG sollte die erste Entlastung bringen. Leider war es ein eigentlicher Rohrkrepierer, der von den Mitsponsoren und vom Verwaltungsratspräsidenten des FCSG glücklicherweise zeitgerecht erkannt wurde.

Was muss Ihr Nachfolger aus Ihrer Sicht für die operative Führung des Konzerns mitbringen, um das Schiff sicher um die Klippen der wirtschaftlichen Probleme zu bringen?
Der Nachfolger muss ein Unternehmer sein, so denken und handeln, die AFG so führen, dass die AFG weiter wachsen, sich der neuen weltwirtschaftlich Umgebung stellen und gestärkt aus der Wirtschaftskrise herauskommen wird. Selbstverständlich gehören weitere Qualifikationen dazu.